Ludacris – The Red Light District

Schmutzig und trotzdem Mainstream – „The Red Light District“ begeistert viele und ist bei aller Kommerzialität innovativ. Das gilt sowohl für den großzügigen Umgang mit Samples als auch für die ganz eigenständigen Tracks und geht schon beim Intro los, das von seiner Qualität auch ein richtiger Song hätte werden können.

Im Rotlichtbezirk von Ludacris ist nichts billig, die Produktion ist so gut wie bei nur ganz, ganz wenigen Hip-Hop-Alben, die ich in letzter Zeit gehört habe. Dazu fährt er eine Gang auf, die sich hören lassen kann: DMX, Sleepy Brown, Nate Dogg, DJ Quik, Kimmi J, Small World, Dolla Boy, Bobby V., Trick Daddy, Nas, Doug E. Fresh.

Manchmal scheinen die Gäste die jeweiligen Songs zu dominieren – beim Schluß-Track „Virgo“ etwa geben Nas und Dough E. Fresh den Ton an und Ludacris scheint der Gast zu sein. Macht nichts, ist eben beste Qualität, Ludacris bleibt auf anderen Stücken genug Raum, um diesen Longplayer zu prägen. Dass sich Christopher Bridges hier als Teamplayer zeigt, der auch mal vom Mikro Abstand halten kann, zeichnet ihn nur aus.

Ludacris hat es nicht nötig, sich mit Gewalt in den Vordergrund zu rücken. „The Red Light District“ ist seine Party, er gibt den Ton auch so souverän an. Sein markanter Stil macht diese CD zu einem Album, das sich von der Masse der Chartstürmer abhebt.

Einen eigenen Stil zu haben – er scheint die Reime hin- und her zu schaukeln, ist dabei nur das Eine. Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass sich auch die einzelnen Lieder klar unterscheiden lassen. Zu viele Rapper füllen ein Album mit ein oder zwei Ideen, dann ist bei ihnen leider schon Schluss. Oder bei ihren Produzenten. Sei’s drum! Entsprechend diffus bleibt dann auch der Eindruck solcher CDs, doch „The Red Light District“ punktet in dieser Beziehung nachhaltig. Da lohnt sich der Erwerb des Longplayers, braucht man sich nicht die Rosinen herauszupicken.

Neben Newcomern sind auch so erfahrene Produzenten wie Timbaland und DJ Green Lantern für den Sound von „The Red Light District“ verantwortlich. Eine Mischung, die sich auszahlt! Ludacris und seine Gäste überzeugen durch ihre Raps, doch es ist die Musik Drumherum, die dieses Album zu einem künftigen Klassiker macht. Hier wurde hervorragende Arbeit geleistet.

Künstler: Ludacris | Album: The Red Light District | Label: Def Jam South / DTP | VÖ: 13. Dezember 2004

Über Oliver Springer 340 Artikel
Oliver Springer gehört neben Jörg Wachsmuth zu den Gründern von rap2soul. Er lernte Hörfunk ab 1994 bei JAM FM und moderierte dort fast 12 Jahre. Später war der ausgebildete PR-Berater er als Pro-Blogger tätig. Gemeinsam mit Wachsmuth entwickelte Springer den Digitalradiosender PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio, bei dem er seit 2018 den Nachmittag in der Drive Time moderiert.

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